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ФАНТОМ – The Darkest Hour

In der 14. Minute schlagen sie zu, und zwar hart, kompromiss- und mitleidlos, wie man das von Aliens so gewohnt ist. Optisch sieht das so ähnlich aus wie am Tag, als die Erde stillstand (2008): Millionen Nanoteilchen materialisieren und einverleiben sich die Körper des angegriffenen Menschen. Diesmal befinden wir uns allerdings nicht auf amerikanischem Gebiet, wie in den meisten Alienfilmen, sondern auf russischem, nämlich mitten in Moskau.

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Zwei junge amerikanische Programmierer reisen nach Moskau, um dort mit einer Handy-App (für amerikanische Touristen in Moskau) das große Geld zu machen, müssen aber feststellen, dass ihr einstiger Partner Skyler ihnen die Idee geklaut hat und schon dabei ist, sie an die Russen zu verscherbeln. Später treffen sie in einem Nachtclub zufällig auf Skyler. Bevor es aber zum Streit kommt, tauchen die Aliens über Moskau auf.

Unsere Freunde – die Programmierer, zwei amerikanische Touristinnen, die sie im erwähnten Nachtclub kennenlernten, sowie Skyler – überleben das Gemetzel, in das der erste Kontakt mündet, und können sich in die Küche des Nachtclubs flüchten. Nachdem die Vorräte aufgebraucht sind, beginnen sie, sich über menschenleere Straßen und Plätze zur amerikanischen Botschaft durchzuschlagen. Der (gottlob nicht allzu lange) Weg dorthin fällt vor allem durch einen Hänger im Drehbuch (Jon Spaihts) auf, denn die Leute sagen uns Zuschauern ständig, was wir sowieso im Bild sehen. Das einzig Bemerkenswerte ist, dass sich die Aliens Skyler schnappen.

Immerhin ist er nicht umsonst gestorben, da die Übriggebliebenen erkennen, was ihn  in die Arme der Aliens getrieben hat: Er hat ein beleuchtetes Fenster gesehen, hinter dem Menschen zu erkennen sind. Sofort macht man sich auf den Weg, um dort Bundesgenossen zu finden. Und die findet man auch: Ein Trupp aufrechter Russen, die sich – mit ein paar schweren Schusswaffen bestückt – der Alienübermacht stellen. So wie diese ihre Heimat, Moskau, gegen die Fremden verteidigen, so wollen die Amerikaner zurück in ihre Heimat, um das Gleiche zu tun. Dazu müssen sie aber zum Hafen, wo – wie sie aus dem Radio erfahren haben – ein amerikanisches U-Boot liegt.

Die zweite Hälfte des Films besteht folglich darin, wie sich Russen und Amerikaner Hand in Hand durch ein von Aliens besetztes, zerstörtes, fast völlig entvölkertes Moskau (vor der Invasion lebten hier über 11 Millionen Menschen) zum rettenden U-Boot kämpfen. Das Drehbuch hat auch bei diesem Weg ein paar Hänger, aber immer seltener und immer kürzere. Sie fallen angesichts der Kämpfe, die man mit einzelnen Aliens immer wieder auszufechten hat, kaum auf. Es gibt also viel Action –  die nicht alle Kämpfer überleben – und ein Ende, das (wie die meisten Invasionsfilme) ganz und gar darin aufgeht, den menschlichen Überlebenswillen zu beschwören.

Fazit 1: Die Optik des Films ist überzeugend. Aber vielleicht wär’s nicht schlecht gewesen, wenn man von den 30 Millionen Dollar, die der Film gekostet haben soll, ein paar mehr davon ins Drehbuch investiert hätte. Dass Jon Spaihts mehr kann, als er hier liefert, bewies er als (Co-)Drehbuchautor von Prometheus, dem Ridley-Scott-Film aus dem Alien-Universum.

Fazit 2: Diese Kritik ist einen Tick zu hart, diese etwas moderater, auf den Punkt (und auf englisch) bringt es diese hier (unter User Reviews): Die Trailer versprechen genau das, was der Film hält. Oder anders ausgedrückt: Wer die Trailer gut findet, wird auch den Film mögen.

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