SciFi Quickie IV: Rim of the World (USA 2019)

Die Aliens sind nah …

Die Aliens sind wieder einmal da, um die Erde zu invasionieren. (Und auch bei diesen hier fragt man sich, wie sie es eigentlich geschafft haben, so etwas wie eine technische Zivilisation mit Raumschiffen und so weiter zu entwickeln, denn es sind, wie so oft, monströse und primitive Kreaturen, die vor allem damit beschäftigt sind zu fressen, mit Vorliebe natürlich Menschen. Aber das nur nebenbei.) Diesmal kriegen es die Aliens mit vier Teenagern zu tun, die in einem Sommercamp von der Invasion überrascht werden.

Und natürlich machen sie sich danach auf, die Welt zu retten. Dazu müssen sie das Mutterschiff der Aliens vernichten. Und dazu wiederum müssen sie irgendeinen Aktivierungsschlüssel nach Los Angeles, ins JPL, bringen, der dann dazu verwendet wird, einen irdischen Militär-Satelliten auf dieses Mutterschiff auszurichten und es vom Himmel zu pusten.

Auf ihrer Odyssee vom Camp nach Los Angeles gehen sie durch die sattsam bekannte Alien-Hölle. Rim oft he World (Regie: McG) fügt nichts Neues hinzu. Er versucht es nicht einmal. Es bleibt bei den üblichen, mehr oder weniger originellen Situationen, wenn man sich dem Bösen (in Gestalt der Aliens) gegenüber sieht. Oder auf einen Trupp aufrechter (irdischer) Soldaten trifft. Das Alles ist mal witzig, mal weniger. Mal full action, mal eher nachdenklich. Originell aber ist es nie.

Das Fazit ist ein Dennoch: Harastos gibt zu, dass es Laune macht zu sehen, wie einfach es sein kann, die Welt zu retten. Dafür nimmt man Einiges in Kauf – zum Beispiel einen Plot mit langem Bart oder auch (zweifellos schlimmer als lange Bärte) nerviges Teenager-Gekreische.

Trailer RIM OF THE WORLD (englisch)

Gefährliches Spiel (Graphic Novel)

Der Wettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion, wer den ersten Satelliten ins All schießt: das ist Thema der zweiteiligen Graphic Novel Gefährliches Spiel. Dazu gibt es zweifellos nichts Neues mehr zu sagen, aber als Hintergrund für eine spannende Spionagegeschichte, wie sie der Klappentext beider Bände ankündigt, eignet sich dieses Szenario des Kalten Krieges gegen Ende der 1950er Jahre hervorragend.

Gefährliches Spiel (Band 1 + 2)
Jeu des Dames
Text: Toldac
Zeichnung: Philan
Coloration: Scarlett Smulkowski
Deutsche Übersetzung: Annabelle Steffes-Halmer
Verlag: Panini
Erschienen im März 2017 (Bd. 1) und September 2017 (Bd. 2)

Schon der erste Satz, der nur dazu dient, den Ort einzuführen, wo alles begann, lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob das gut geht: „Peenemünde, Juni 1943“, heißt es da, „Heeresversuchsanstalt … für die Raketen V1 und V2 unter Leitung von Wernher von Braun.“ V2 war eine Rakete, lief aber im Juni 1943 noch unter anderer Bezeichnung. Die V1 aber war keine Rakete, sondern das, was man heute eine autonome Drohne nennen könnte: ein Flugkörper mit Antrieb und automatischer Zielerfassung, gefüllt mit einer Tonne Sprengmittel. Nun ja, das sind Details, die nicht wirklich interessieren müssen. Außerdem, und das ist das Tröstliche: Beide Maschinen, V1 wie V2, wurden von Rückstoßtriebwerken angetrieben. Seien wir also großzügig und lassen den Ausdruck „Raketen“ durchgehen.

Das erste Bild, das zum ersten Satz gehört, zeigt – in Halbtotale – Wernher von Braun und Hugo Ebeling (den Helden der Story). Hugo sagt: „Tut mir Leid, Wernher …“ Im Vordergrund sieht man links ein Aggregat 4 (wie die V2 im Juni 1943 noch hieß), an dem sich ein Techniker zu schaffen macht. Der Maschinenraum ist geöffnet. Die Leiter, auf der der Techniker steht, verbreitet schon ein bisschen viel an simplem Heimwerker-Charme. Das ist nicht falsch. Trifft es aber auch nicht so ganz.

Im zweiten Bild sehen wir dann Wernher von Braun in Großaufnahme. Er beschwört Hugo, doch zu bleiben, weil er einer der Besten sei und so weiter. Und das gezeigte Gesicht hat, wenn auch nicht ganz bestimmbar, durchaus etwas vom jungen von Braun …

Im Hintergrund sieht man, wie Uniformierte Häftlinge drangsalieren. Sowohl die Uniformierten als auch die Häftlinge sind sehr unspezifisch gezeichnet. Von Braun will wissen, warum Ebeling ihn verlassen will. Ebeling deutet nur auf die Szenerie und sagt in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen: „DAS!“

Ebeling verlässt Peenemünde und geht in den Widerstand. In den letzten Tagen des Deutschen Reiches lernt er Eva kennen; in einer Kirche schwören sie sich im April 1945 „ewige Treue“. In den Wirren des Untergangs kommt sie, so jedenfalls scheint es, bei einem Bombenangriff ums Leben (bei dem er selbst etliche Granatsplitter abbekommt).

Sprung ins Jahr 1955. Ort: Das Redstone Arsenal in Huntsville, Alabama, wohin das Wernher-von-Braun-Team mittlerweile umgezogen ist; von Braun selbst hat erst vor wenigen Wochen die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Und Hugo Ebeling, nach 1945 von der US Army angeworben, arbeitet dort seit einigen Jahren wieder unter von Braun.

Der Klappentext des 1. Bandes stellt diesen Umstand – Ebeling, der als ehemaliger Widerstandskämpfer erneut für Wernher von Braun arbeitet – besonders heraus. Bietet sich ja auch an, anhand zweier Personen, ehemaliger Freunde, die zwar altbekannte, aber stets aufs neue fesselnde Geschichte von Loyalität und Verrat zu erzählen. Seltsamerweise geschieht das hier nicht (der Klappentext läuft damit quasi ins Leere). Bruchlos pflegen sie ihre Freundschaft weiter. Von Braun unterstützt Ebeling sogar, als dieser – im Laufe der weiteren Handlung – ins Visier der CIA gerät.

Die technischen Entwicklungen hin zum ersten Satelliten werden im Schnelldurchgang, aber stets durch ein paar kleine szenische Dialoge dargestellt: Da erfährt von Braun, dass das Vanguard-Projekt dem seinen vorgezogen wird, was ihn zu der Bemerkung veranlasst: „Aber das werden sie noch bedauern, da bin ich mir sicher.“ Oder, ein Jahr später: Von Braun informiert Hugo darüber, dass sie ihre Rakete nicht mit einer aktiven vierten Stufe starten dürfen. Eine Anspielung auf September 1956, als Huntsville bereits so weit war, einen Satelliten (einen sehr kleinen allerdings) in den Orbit zu schießen – mehr als ein Jahr vor Sputnik! -, was aber an den Rivalitäten zwischen Navy (Marine) und Army (Heer) scheiterte.

Alles in allem entspricht das alles auch dem tatsächlichen Ablauf der damaligen Ereignisse. Zu bekritteln gibt es allenfalls ein paar Details. Etwa die Behauptung, Vanguard sei aus patriotischen Gründen dem (von Braun’schen) Redstone-Projekt vorgezogen worden; das ist zwar nicht ganz falsch, doch ist es auch einen Tick zu einfach gedacht: Die Amerikaner wollten im Rahmen des zivilen Geophysikalischen Jahres keine Rakete als Satellitenträger, die offensichtlich militärische Wurzeln hatte. Davon betroffen war nicht nur die Redstone, sondern auch das von der amerikanischen Luftwaffe vorgestellte Atlas-Projekt, weil die Atlas-Rakete ursprünglich ebenfalls als militärischer Träger entwickelt worden war. Das Vanguard-Projekt lief zwar unter dem Dach der Marine, doch hatte die Rakete gleichsam keine militärische Vergangenheit und wurde deshalb vorgezogen.

Die wirkliche Stärke der zwei Bände liegt aber in der vom Klappentext versprochenen Spionagegeschichte. Sie wird in der zweiten Hälfte des ersten Bandes quasi unauffällig und peu à peu aufgebaut, kulminiert am Ende dann in einer Explosion, bei der eine der Hauptfiguren ums Leben kommt. Der zweite Band legt den Schwerpunkt dann ganz und gar auf die Spionagegeschichte. Raketen und Raumfahrt treten dadurch in den Hintergrund (was man bedauern mag, aber nicht muss), der Story aber tut das durchaus gut. Sehr stringent wird, betont durch den realistischen Zeichenstil (und die sehr stimmige Farbgebung), ein Plot durchgezogen, der zwar nicht wirklich originell sein kann – dazu sind die Spione der 50er Jahre literarisch und filmisch einfach zu sehr „abgegrast“ -, der aber immer genügend Verwicklungen bietet, um bis zum Ende dabeizubleiben.

The Aeronauts (USA 2019)

Es wird hier vielleicht die älteste aller Geschichten erzählt: die vom Unterschied zwischen Bauch und Hirn. Und wie die meisten dieser Geschichten geht auch die von The Aeronauts davon aus, dass beides zusammengehört, wenn man erfolgreich sein will.

Das Hirn wird hier, sozusagen standesgemäß, repräsentiert von James Glaisher. Dieser Glaisher hat tatsächlich gelebt; geboren 1809 in London, gestorben 1903 in Croydon (nicht weit von London entfernt). Ab 1838 leitete er die Abteilung für Meteorologie und Magnetismus der Sternwarte in Greenwich; 1849 wurde er Mitglied der Royal Society, und 1850 gründete er die englische Meteorologische Gesellschaft.

Berühmt im England der 1860er wurde er mit 28 Ballonfahrten, die er zwischen 1862 und 1866 unternahm, um Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und andere physikalische Daten der Atmosphäre in großen Höhen zu ermitteln. Begleitet wurde er dabei von Henry Coxwell, einem erfahrenen Ballonfahrer. Am 5. September 1862 erreichten sie eine Höhe von 8.800 Metern, was damals einen Weltrekord darstellte (der erst über 30 Jahre später überboten wurde).

Diese Fahrt ist es, die der Film, fast in Echtzeit, zeigt. Aber zwei Wissenschaftler auf wissenschaftlicher Mission war den Machern (Drehbuch: Jack Thorne, Regie: Tom Harper) wohl nicht spektakulär genug, und so pumpen sie den Plot im Dienste der Dramaturgie auf und schrecken dabei auch nicht vor plumpen Verfälschungen zurück.

Es fängt schon damit an, dass Coxwell im Film rausfällt und ersetzt wird durch die fiktive Figur der Amelia Wren, die dann aber die gleiche Funktion erfüllt: die des erfahrenen Piloten. Und es geht damit weiter, dass Glaisher zum Zeitpunkt der geschilderten Fahrt bereits 53 Jahre als war; im Film sieht man aber einen Mann in den Dreißigern. Außerdem war Glaisher längst wissenschaftlich etabliert; der Film stellt ihn dar als einen Rebellen, der einen Kampf gegen das verknöcherte wissenschaftliche Establishment des Empire oder zumindest der Royal Society austrage. Und zu schlechter Letzt: Die betreffende Ballon-Fahrt war, wie im Film dargestellt, keineswegs seine erste, sondern bereits seine siebte. Er verfügte also über eine gewisse Erfahrung als Höhenforscher, sodass die Bredouille, in die er im Film gerät, kaum passiert wäre. Aber natürlich geht’s auch dabei nur um einen dramatischen Kick, der es Amelia Wren ermöglicht, ihn – vor wundervoller, sozusagen himmlischer Kulisse – zu retten.

Von den „true events“, von denen im Vorspann die Rede ist und die die Amazon Studios, für die der Film produziert wurde, auch bewerben, bleibt also, genau genommen, nur der Name James Glaisher übrig. Alles drum herum ist … frei erfunden. Warum man dann aber nicht gleich alles erfindet – Personen wie Story – hat Harastos noch immer nicht verstanden.

Fazit: Eine solide, wenn auch nicht sehr aufregende Abenteuergeschichte um zwei Personen in einem Ballon. Die Bilder allerdings sind – das muss gesagt werden – wunderschön.

A World Beyond (USA 2015)

Die reinen Produktionskosten des Films (Originaltitel: Tomorrowland) beliefen sich (nach imdb.com) auf 190 Millionen Dollar; schlägt man die Kosten für das weltweite Marketing obendrauf, ergibt sich für A World Beyond (so der „deutsche“ Titel) ein Gesamtbudget von rund 330 Millionen Dollar. Die Disney Studios, die den Film produzierten, versprachen sich also einen Blockbuster, einen Film fürs ganz große Publikum. Doch das blieb aus: Weltweit spielte der Film gerade einmal 209 Millionen Dollar ein, wurde für Disney also zu einem gewaltigen Flop.

Dabei hat der Film schon etwas zu bieten, nämlich CGI auf höchstem Niveau, und sogar einen Plot, der nicht nur so tut, als wäre er einer: In einer parallelen Zeitlinie existiert Tomorrowland, eine perfekte Welt, in der alles Wirklichkeit geworden ist, was sich technikaffine Träumer und Tüftler je für ihr Utopia ausgedacht haben. Das Utopische konzentriert sich eindeutig auf Technik und Wissenschaft.

Doch dieses Tomorrowland in der alternativen Zeitlinie ist für uns in der aktuell laufenden Zeitlinie (also unserer Gegenwart) verloren gegangen, das heißt nicht mehr zugänglich; unsere Linie läuft einfach weiter auf ihrer (offenbar) vorgegebenen Bahn. Die in 59 Tagen zu Ende geht, denn dann ist Weltuntergang angesagt in unserer Gegenwart. Der Film erzählt nun die Geschichte von Casey, einem nervigen (und hochbegabten) Teenager, die versucht, durch das, was sie denkt, fühlt und tut, die Zeitlinie der Gegenwart so zu beeinflussen, dass sie in Tomorrowland, dem verlorenen Paradies, mündet.

Tomorrowland

Der Film tut das in sehr rasantem Tempo sowie in sehr überzeugenden Bildern. Dem Schnitt gelingt es, die Bewegungsabläufe der gezeigten Fortbewegungsmittel, antiquierte wie utopische, nicht nur glaubwürdig aussehen zu lassen, sondern auch so, als befände man sich an Bord eines solchen Geräts. Und Kamera (und Filmarchitektur) schaffen es, die Geräte so zu zeigen, wie wir sie alle kennen. Die ersten anderthalb Stunden, die der Film benötigt, um Casey ans Ziel gelangen zu lassen und damit zu seinem Kern zu kommen, zitiert Brad Bird (Regie) aus fast jedem Science-Fiction-Film, der bis zu seinem eigenen je gedreht wurde. Deswegen sind uns die Gerätschaften, die er zeigt, auch so vertraut: Wir kennen sie aus Filmen der 1950er und 60er Jahre.

Auf dem Weg ins All

Und weil das alles ästhetisch so überzeugend rüberkommt, nimmt man dem Film auch ziemlich abenteuerliche Wendungen ab – etwa die Story von dem Raumschiff Verne’scher Bauart, das Casey endlich ans Ziel (und damit in die andere Zeitlinie) bringt. Aber der Film beschränkt sich weder auf die gradlinig erzählte Story noch auf die ansprechende Ästhetik. Nein, er liefert sogar eine Botschaft. (Harastos mag Filme mit Botschaft.)

Und diese Botschaft ist das Problem; nicht, weil sie zu einfach wäre (was sie natürlich ist), und auch nicht, weil der Film immer mal wieder ins Predigen verfällt (vor allem gegen Ende hin). Das Problem ist die Botschaft selbst, denn in ihrem Kern ist sie optimistisch und technikaffin und liegt damit völlig außerhalb des Zeitgeists. Der nämlich hat sich der Apokalypse verschrieben: der Ressourcenapokalypse, der Klimaapokalypse, der Rassismusapokalypse, der Coronaapokalypse; die Apokalypsen werden vom Mainstream in immer schnellerer Folge „verordnet“.

A World Beyond bietet das Gegenteil an, nämlich Optimismus der technischen Machbarkeit. Das mag durchaus ein wenig naiv daherkommen – und kaum eine Rezension des Films ließ es sich nehmen, darauf herumzureiten –, stellt aber zumindest einen Lösungsvorschlag dar. Und ist nicht bloß pessimistisch-lustvolles Herumwaten im trüben Geist des Untergangs …

Und heute, nur fünf Jahre nach der Uraufführung des Films, würde uns eher noch Mehr von diesem Geist gut zu Gesicht stehen.

Fazit: Ästhetisch perfekte Reise durch den optimistischen Zweig der Science Fiction von Jules Verne bis zum Terminator. – Leider fand der Film mit seiner optimistischen Botschaft nur beschämend wenig Zuschauer.

Trailer zu A WORLD BEYOND (deutsch)

Downsizing (USA 2017)

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn man den Menschen verkleinert (auf etwa 12½ cm), verbraucht er erheblich weniger Ressourcen. Das reduziert erstens die Müllberge, und führt zweitens dazu, dass die eigenen, angesammelten Ressourcen, sprich: Ersparnisse, im Wert erheblich steigen, denn es ist natürlich erheblich billiger ein Haus für einen so verkleinerten Menschen zu bauen als für einen Normalgroßen. Diese Erhöhung des Lebensstandards ist das Hauptmotiv von Paul und Audrey Safranek, sich der (unumkehrbaren) Prozedur des Downsizings zu unterziehen.

Die Prozedur des Downsizings

Doch während des langwierigen Prozesses, so müssen alle künstlichen Teile im menschlichen Körper, zu denen etwa auch Zahnplomben gehören, entfernt werden, bekommt Audrey kalte Füße und kneift, sodass sich Paul Safranek allein im Leisure Park wiederfindet. Der allerdings ist eine perfekte Welt en miniature: überall (relativ gesehen) riesige Parkanlagen, großzügige Highways, Palast- statt simple Wohnbauten, beste Sportstätten, kostenlose medizinische Versorgung auf höchstem Niveau und so weiter.

Dass eine solche Welt nicht ganz so perfekt sein kann, wie es scheint, ist naheliegend, und so gerät Paul Safranek nach rund einer Stunde Filmzeit auch in das Slum-Viertel des Leisure Park. Das „Paradies“ ist damit abgehakt, verschwindet aus dem Film. Der „sozialen Frage“ ergeht es wenig später genauso; irgendwann interessiert sich der Film einfach nicht mehr dafür. Statt dessen ist plötzlich Doomsday angesagt, das heißt das „Ende von allem“ aufgrund der „Methanfreisetzung in der Antarktis“. Über diesen (absurden, aber todernst beschworenen) Öko-Turn verschwindet dann sogar die Ausgangsidee, die Schrumpfung. Nein, eigentlich offenbart sie sich als bloßer CGI-Gimmick, mit dem Autor (Jim Taylor) und Regisseur (Alexander Payne) von Anfang an nicht viel anfangen konnten. Dass mittendrin noch eine Liebesgeschichte begonnen wird, vervollständigt nur das allgemeine Plot-Chaos des Films.

Nach zwei (sehr langen) Stunden hat man einen Film gesehen, der die behandelten Themen weder für sich allein halbwegs glaubwürdig darstellen kann oder will – und leider auch nicht dazu imstande ist, sie zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen.

Fazit: Viele Anfänge, viele lose Enden. Nichts dazwischen.

Groß und klein …