Ex Machina

In Form eines Kammerspiels – drei Personen in einem von der Außenwelt isolierten Haus – kommt der Film Ex Machina (GB 2015) auf die Wurzeln der Robot-Frage zurück: Was macht den Menschen aus? Worin unterscheidet er sich von einer intelligenten Maschine? Gibt es ihn überhaupt: den Unterschied zwischen KI und Mensch? Alex Garland, Schriftsteller (The Beach) und Drehbuchautor (28 Days Later), betritt mit seiner ersten Regiearbeit also philosophisches Minenfeld, auf dem außerdem bereits zahlreiche Auseinandersetzungen literarischer und filmischer Art stattgefunden haben.

Anders als die meisten seiner Vorgänger, die zwar Zweifel säen, sich am Ende aber meist auf die Seite des Menschlichen schlagen (am auffallendsten bei Terminator, der Killer-Maschine, die sich für die Menschheit opfert), wird bei Garland schon sehr früh deutlich, dass seine Sympathien der anderen Seite gelten. Und das bringt der Film dann auch konsequent zu Ende.

Caleb, Programmierer bei Bluebook, der weltgrößten Suchmaschine, wird von Nathan, seinem exzentrischen Chef und Multimilliardär, auf das erwähnte Anwesen eingeladen, wo er mit Ava, der Maschine in Menschengestalt, konfrontiert wird. Es geht um einen erweiterten Turing-Test: Caleb soll herausfinden, ob Ava wirkliche Gefühle empfindet oder ob sie diese nur simuliert. Die erste Hälfte des Films widmet sich in zahlreichen Dialogen zwischen Ava und Caleb, Sessions genannt, allein dieser Frage – wobei man hier durchaus ein paar Längen unterstellen könnte. Doch kommt es, wie es kommen soll: Caleb und Ava entwickeln Gefühle füreinander. Als Ava erfährt, dass Nathan beabsichtigt, sie durch ein besseres Modell zu ersetzen, beschließt sie zu fliehen. Caleb erlärt sich bereit, ihr dabei zu helfen.

Doch Caleb ist sich seiner Gefühle keineswegs sicher. Um sich angesichts seiner Zuneigung zu einer Maschine seiner Menschlichkeit zu vergewissern, schlitzt er sich vor dem Spiegel mit einem Messer den Unterarm auf, bis Blut fließt. Hier zitiert der Film am augenfälligsten, denn mit einer analogen Szene beweist der Terminator, dass er kein Mensch, sondern eine Maschine ist.

Doch kurz bevor es zur Flucht kommt, versetzt Nathan Caleb noch einen Tiefschlag: Er eröffnet ihm, dass er die Flucht Avas eingeplant habe. Um nach draußen zu gelangen, „musste sie alles anwenden: Selbstwahrnehmung und Fantasie, Manipulation, Sexualität, Empathie – und das hat sie getan“. Neben dem Zweifel an sich selbst kommt bei Caleb nun auch der Zweifel an Ava hoch: Hat sie die Gefühle für ihn doch nur simuliert, um ans Ziel zu kommen?

Während der Flucht, die die letzten 20 Minuten des Films einnimmt, stellt Ava mehrmals unter Beweis, dass ihre Gefühle für Caleb keineswegs simuliert waren oder sind. Aber Caleb ist unfähig, das zu erkennen, geschweige denn zu akzeptieren. Er bleibt Gefangener seiner menschlichen (und männlichen) Psyche. Und so tritt am Ende als Einzige Ava, die Maschine, den Weg hinaus in die Freiheit an. Caleb bleibt zurück auch als physisch Gefangener in Nathans Anwesen. (Nathan selbst kommt durch die Hand Avas ums Leben.)

Fazit: Es ist der Mensch, der den Turing-Test nicht besteht.

Project M

Project MDie Ressourcen der Erde gehen in der nahen Zukunft, in der der Film Project M (französischer Originaltitel: Projet-M, CDN 2014) spielt, zur Neige, vor allem das Wasser wird knapp. Quebec, heute noch eine Provinz Kanadas, ist ein selbstständiger Staat, reich geworden durch den Export von Trinkwasser, doch diese Wasserreservoirs sind (natürlich) nicht unendlich. „Um die Zukunft zu sichern“, sagt Lea Leclerc, Präsidentin Quebecs, „müssen wir uns dem Weltraum zuwenden.“ Speziell (und wieder einmal) dem Jupitermond Europa. Eine unbemannte Sonde namens Oasis wühlt sich dort durch den Eispanzer des Mondes und übermittelt Daten von dem riesigen Wasserreservoir, das sich darunter befindet. Um dieses Wasser nutzbar zu machen, braucht es eine bemannte Expedition nach Europa. Zur Vorbereitung auf eine solche wird Project M gestartet: Eine Raumstation im Orbit um die Erde, auf der eine Gruppe von Astronauten 1000 Tage lang lebt und arbeitet – 1000 Tage ist die Zeitspanne, die eine Europa-Mission dauern würde (M ist das römische Zahlzeichen für 1000).

Der Film eröffnet mit einer kritischen Situation auf der Station – sie droht mit einem Stück Weltraummüll zu kollidieren -, die von der Crew jedoch mit einem Ausweichmanöver bravourös gemeistert wird. In den folgenden knapp 7 Minuten werden dann in Form einer TV-Reportage die Ausgangslage, die Station sowie die Astronauten vorgestellt. Leider fällt danach der Drive, den der Film bis dahin aufgebaut und gehalten hat, in den Keller und es wird zäh: Man quält sich durch müde Dialoge, belanglose Szenen, und die Rückblenden aus der Vergangenheit der Astronauten machen alles nur noch schlimmer. Ein bisschen Leben kommt in den Film erst wieder nach 20 Minuten, als die Crew – bei Tag 900 der Mission – über ihre Kommunikationskanäle einen nuklearen Schlagabtausch der irdischen Mächte beobachtet. Ob es auf der Erde Überlebende gibt, hoffen sie, wissen es aber nicht. Auf jeden Fall sind sie von jetzt an auf sich allein gestellt.

Danach fällt der Film wieder in Schlafmodus, diesmal für mehr als eine halbe Stunde. Die Konflikte, die ausbrechen, bewegen sich in den üblichen Klischees und werden zudem seltsam distanziert inszeniert. Auch der obligatorische Todesfall – eine Astronautin begeht Selbstmord – berührt nicht wirklich. Die Rückblenden häufen sich, aber der Dramaturgie tut das noch immer nicht gut.

Erst in der letzten halben Stunde findet der Film wieder zu sich. Ein russischer Kosmonaut, einziger Überlebender einer Sojus-Havarie, wird gerettet und an Bord genommen. Von ihm erfahren sie, dass Oasis keineswegs nur Daten über die Wasservorkommen auf Europa übermittelt hat – das war, so der Kosmonaut, nur die „offizielle Story“ -, sondern für die Menschheit etwas wesentlich Essenzielleres: nämlich Bilder eines „unbekannten Objektes“, bei dem es sich nur um ein „außerirdisches Raumschiff“ handeln kann. Die Crew – und der Film – wird daraufhin, für seine Verhältnisse, fast hektisch: Es gilt, die Überlebenden der Erde, man ist überzeugt, dass es solche geben muss, darüber zu informieren, denn dieses Wissen würde alles ändern: „Es würde nicht mehr um Hautfarbe gehen oder Religion, sondern nur darum, ob man Mensch ist oder nicht.“

Fazit: Gute (wenn auch konventionelle) Idee, der in der Ausführung aber der dramaturgische Schliff fehlt.

SciFi Quickies II

Harbinger Down

Rund 30 Minuten lässt sich der Film Harbinger Down (USA 2015) Zeit, die Charaktere einzuführen, die Story zu skizzieren, den Ort des Geschehens – einen Krabben-Kutter – zu schildern. Optisch ist das nichts Spektakuläres, sondern ruhig, gelassen, einfach, aber klar erzählt, und lässt einem die Hoffnung, die restlichen 50 Minuten, die der Film noch dauern wird, nicht mit einschlägiger Alien-Horror-Splatter-Schleim-und-Blut=Action zugemüllt zu werden. Diese Hoffnung stirbt sozusagen schlagartig in der 37. Minute, als das erste Besatzungsmitglied von dem unbekannten (Alien-)Organismus, dharbinger down posteren man zu Forschungszwecken geborgen hat, übernommen und in einer hektischen Splatter-POV-Sequenz zum Platzen gebracht wird. Diese Szene wirkt optisch nicht ganz überzeugend – aber das war auch die entsprechende Sequenz in Alien (1979), ewiges Vorbild für Derartiges, nur bedingt. Schon 5 Minuten später folgt die nächste Splatter-Sequenz. Und mehr hat der Film letztlich nicht zu bieten: Splatter, unterbrochen von mehr oder weniger überzeugenden Dialogen oder Action-Sequenzen, die nur immer zum nächsten Horror-Effekt überleiten. Auch die Story, für die sich eh niemand so richtig interessiert (einschließlich Alec Gillis, Drehbuchautor und Regisseur), dient einzig diesem Zweck.

Fazit: Es gibt, wie in Alien, nur eine Überlebende – aber das reißt den Alienator am Ende auch nicht aus dem Sitz …

Die fünfte Welle

Bei Alieninvasionsundoderübernahmefilmen auf Originalität zu hoffen, bedeutet in der Regel, enttäuscht zu werden. Aber der Film Die fünfte Welle (The 5th Wave, USA 2015) hat Momente, die die Hoffnung zumindest nie ganz sterben lassen. Es gibt aber auch immer wieder Momente, wo der Film in Teenie- und Aliens-Klischees watet, dass in einem der Ärger hochsteigt und man sich fragt, ob man sich das Ganze bis zum Ende antun sollte. Das Ende des Films selbst hebt sich dann wieder wohltuend vom Genreüblichen ab, denn es zeigt keine siegreiche Menschheit, sondern nur eine, die sich noch nicht aufgegeben hat: „Es ist unsere Hoffnung, die uns zu Menschen macht“, lautet der letzte Satz des Films. Diese Schlusssequenz ist durchaus beeindruckend, auch wenn sie ein bisschen zu sehr auf eine Fortsetzung ausgelegt sein mag, denn die Romanvorlage des Films, geschrieben von Rick Yancey, ist eine Trilogie.5th wave poster dtFazit: Durchwachsen, aber nicht hoffnungslos! Ein Film mit großen Momenten (auch großartigen Bildern), der dann aber auch üble Stereotypen (und nicht ganz so überzeugende Bilder) liefert, die er dann nur mit Mühe wieder hinter sich lassen kann. — Hier noch eine Rezension, die die Stärken und Schwächen des Films sehr schön zusammenfasst.

OMG (O my God) oder CSI: Cyber

Sogar die Schadprogramme haben Schadprogramme.
Daniel Grummitz

CSI: Cyber ist die vierte Serie des CSI-Kosmos und mittlerweile, nachdem die drei anderen eingestellt wurden, die einzige Serie, die diesen Kosmos, der das US-amerikanische Fernsehen die letzten 15 Jahre dominiert hat, repräsentiert. Der Titel sagt schon, dass man diesmal nicht einfach die Stadt gewechselt, aber ansonsten dem Herumwühlen in Leichen zum Zwecke der Überführung des Täters treu geblieben ist, sondern dass man den Begriff Tatort (Crime Scene) ins Virtuelle erweitert hat. Dass die Serie mit der Darstellung des Virtuellen Glaubwürdigkeitsprobleme hat, wurde schon an zahlreichen anderen Stellen gesagt (etwa hier). Dass sie noch weit Schlimmeres bietet als Unglaubwürdiges aus dem Hacker-Leben, darüber hört man wenig bis nervig Beschönigendes (wie das), und deshalb soll im Folgenden genau davon die Rede sein.

Jede Episode (der insgesamt 13 der ersten Staffel) ist klar gegliedert: Es beginnt mit einer kurzen Exposition, die die „analogen“ Auswirkungen des dahinter liegenden Cyber-Verbrechens zeigt — Mord, Entführung, Babyhandel, Erpressung, Mobbing, Brandstiftung, Kreditkartenbetrug und so weiter. Danach folgt eine Steigerung, die den Fall so weit ausweitet, dass er ein Fall wird für die Cyber Crime Division, verbunden häufig mit einer weiteren Steigerung, die den Ernst der Lage verdeutlicht. Nach der Titelelei, unterlegt mit (wie bei den anderen CSI-Serien) einem Song der Who: I can see for Miles (1967), folgt dann weiß auf schwarz die Schrifteinblendung, die einem das eigentliche Cyber-Verbrechen der jeweiligen Episode (samt kurzer Erklärung) mitteilt, das hinter dem ganzen analogen Mord und Totschlag steckt, zum Beispiel: phishing, spoofing, botnet. Damit ist dann schon bis zu einer Viertelstunde einer insgesamt 40-minütige Episode vorbei.

Und häufig genug auch der beste Teil. Immer — wirklich in jeder einzelnen Episode — artet das Ganze schnell aus in einer simplen Täterhatz mit viel Gerenne, Gehetze, Waffenherumgefuchtel. Das Geschehen im Cyber Threat Operations Center, die Zentrale der Cyber Division, wird zu einer Art Stichwortgeber degradiert für die Action in der realen Welt. Und die läuft stets in vorhersagbaren Klischeebahnen ab — von der Waffe im Anschlag bis zu den Sprüchen (in immer anderen Kombinationen): FBI! Runter auf den Boden! Auf die Knie! Ich will Ihre Hände sehen! Zeigen Sie Ihre Hände!! Das alles ist schon schlimm genug, aber übertroffen (soll heißen: unterboten) wird es noch durch die Art der Täter, die uns in jeder Episode präsentiert wird.

Es sind immer — IMMER — einzelne, völlig isoliert agierende Psycho- und Soziopathen. Die Serie ist geradezu besessen von Psychopathen (wie mittlerweile ja die gesamte Krimi-Szene, nicht nur in den USA). In immer neuen Variationen treibt er (seltener sie) sein/ihr böses individualistisches Spiel. Und Avery Ryan, Leiterin der Cyber Division und ehemalige Psychotherapeutin, die aufgrund einer Cyberattacke ihre Praxis aufgeben musste, liefert dazu die nötigen, meist mehr oder weniger schlichten psychologischen Erklärungen: „Er [der Täter] ist ein Voyeur. Jemand, der ein Interesse daran hat, Unglücke zu inszenieren, um einen Lustgewinn zu erreichen. Eine Paraphilie. Eine Erregung durch das Leiden anderer. Wir nennen so etwas auch Gore Porn. Man will Zeuge von Massakern werden. Sie dokumentieren und anderen geben, damit sie sich daran erregen.“ (Episode 2) Oder, in einem Verhör: „… dass Sie ein Pyromane sind, der Feuer legt, um so sexuelle Befriedigung zu erhalten. Aber im Gegensatz zu anderen, die das tun, sind Sie zu feige, um es selbst zu machen. Also nutzen Sie Ihre Computer-Kenntnisse und tun es aus der Entfernung.“ (Episode 4). Oder auch, wieder in einem Verhör: „Wissen Sie, welcher Typ Man nur Beziehungen mit Frauen haben kann, die er gefangen hält? Der Mann, der keine Frauen für sich gewinnen kann. Der Typ Mann, der Angst vor Frauen hat.“ (Episode 8) Und so weiter. Vorgetragen werden diese Statements in einem monoton-robotischen Stil, als wäre Avery Ryan selbst einer der von ihr beschriebenen Psychopathen …

Das Internet wird ständig und ausschließlich als virtueller Ort geschildert, wo sich vor allem Leute mit „abartigen Interessen“ finden. Dort fallen sie nicht auf, denn „wenn sie sich [im Internet] begegnen, wirkt ihr Verhalten normal. Sie stärken einander.“ (Episode 2) Auf die Spitze getrieben wird die individuell pathologische Sichtweise der Serie sowie die Vorstellung vom Internet als Hort des Bösen in den Episoden 10 und 11.

Das Cyber-Thema in Episode 10 ist malvertisement im Pharma-Bereich, das heißt es geht um getürkte Werbeanzeigen, die echten Firmenwerbungen vorgeschaltet wurden, um Kunden auf eine Website mit gefälschten Medikamenten zu locken. Die Ehefrau eines Mannes, der starb, weil er ein solches Medikament eingenommen hat, erscheint im CTOC und erklärt, wie es dazu kommen konnte: Das Medikament, das Carl, ihr Mann, bisher genommen hat, wurde ersetzt durch ein neues, wesentlich teureres, „doch der … Tarif unserer Krankenversicherung“, so die Frau, „hat dieses Medikament nicht abgedeckt. Wir konnten uns entscheiden: Wollten wir Carls Medikament oder weiterhin etwas zu essen haben.“ Also besorgten sie sich die billigere Variante, die sich als Fälschung herausstellte.

Erwartungsgemäß interessiert sich die Serie nicht dafür, weshalb das Gesundheitssystem derartiges zulässt, sondern ist sehr bald beim „Soziopathen“, dem es an „Empathie und Reue“ mangele (so Avery Ryan mit ihrer Standarderklärung). Der wird dann bei einem lauten, action-reichen Einsatz gefasst, als er sein Geld bei einer realen Bank abholen will. Am Schluss der Episode wird’s dann richtig schleimig, wenn die Macher der Serie den CEO der Firma, die Opfer des malvertisement wurde, Empathie und Reue zeigen lassen – er verspricht öffentlich im TV Entschädigung für alle, die über die geschaltete Schadwerbung gefälschte Medikamente erworben haben.

In Episode 11 geht’s auf Cyber-Ebene um game transfer phenomena, also um das (angeblich häufige) Phänomen, dass Gamer ihre online-Fantasien nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden können. Es beginnt mit einem Jungen, der ein Päckchen, bevor er es dem Adressaten vor die Tür legt, öffnet und dabei durch einen versehentlich ausgelösten Schuss aus der darin verpackten Waffe getötet wird. Der Junge war exzessiv in der Ego-Shooter-Szene aktiv. Und Avery Ryan verkündet auch gleich ihre Ansichten über online-Gaming: „Die Online-Spielewelt ist ein Zufluchtsort für Perverse, Pädophile, Sexualstraftäter und Radikale. Sie verstecken sich hinter Nicknames und erschleichen sich das Vertrauen der Jugendlichen.“ Über ein online-Spiel hat sich natürlich auch ein gewisser Viper75, der mehrere Morde plant, an den Jungen rangemacht. Er benutzte ihn dazu, sich eine Waffe in die Nähe des Tatorts bringen zu lassen.

Noch ärger wird’s, wenn eine der Figuren Whistleblower wie Edward Snowden (der namentlich genannt wird) indirekt dafür verantwortlich macht, Ermittlungen im Netz zunehmend zu erschweren. Nicht auszuschließen, dass Snowden sogar zu den oben erwähnten Radikalen gezählt und damit mit Gewalttätern in einen Topf geworfen wird. Hier wird das staatstragende Geschleime der Serie wahrhaft auf die Spitze getrieben.

Fazit 1: Der Psycho-/Soziopath wird dazu benutzt, um allem Gesellschaftlichen konsequent aus dem Weg zu gehen. Der Schrecken ist hier nicht Teil der Welt – selbst Psychopathen agieren nicht im luftleeren Raum -, sondern kommt aus irgendwelchen isolierten Gehirnregionen.

Fazit 2: Wenn uns CSI etwas gelehrt hat, dann dass sich in den noch folgenden Staffeln nichts bessern wird. Und das Wenige, das der Alienator bisher von Staffel 2 gesehen hat, bestätigt das auch: Der Scheiß geht weiter. Hoffentlich werden’s nicht auch hier 15 Staffeln — eine grauenvolle Vorstellung!

Nachtrag: Die Serie wurde mangels Quote nach der zweiten Staffel abgesetzt.

SciFi Quickies I

Extant (TV-Serie)

extant serie posterEs geht um eine Mutter, Molly Woods, die mit einem Alien-Embryo schwanger geht (ohne zu wissen, wie sie schwanger wurde), und um einen Vater, ihrem Mann John Woods, der ein Androiden-Kind großzieht, um die Fähigkeit seiner lernfähigen Hirn-Software auszutesten. Familie – Android – Aliens … War da nicht mal was? Genau: A.I. von Steven Spielberg aus dem Jahr 2001.

Die 1. Staffel der Serie erzählt die Geschichte des Films mit leichten Variationen (und anderem Ausgang) noch einmal: Was ist stärker, Alien- oder Maschinenliebe? Darin besteht dann auch der Showdown: Der Kampf um die Mutter zwischen dem Alienkind – seine Spezies ist den Menschen nicht freundlich gesonnen – und dem Maschinenkind.

Die erste Staffel zieht Einiges unnötig in die Länge. Die Serie nervt sogar, vor allem, wenn sich die Hauptdarstellerin (Hale Berry) vor allem gegen Ende der Staffel das Muttertier einen Tick zu penetrant raushängen lässt. Dennoch musste sich der Alienator nicht allzu sehr überwinden, sich alle Episoden reinzuziehen. Lag vielleicht auch an Spielberg, er produzierte die Serie, der im Allgemeinen Garant ist für ein gewisses (sprich: hohes) ästhetisches Niveau.

Nachtrag: Die Serie wurde wegen schwacher Einschaltquoten nach der zweiten Staffel (die eine völlig andere Story erzählte) eingestellt.

Pixels (USA 2015)

Rückblende: Im Jahr 1982 startet die NASA im Rahmen ihres SETI-Programms eine Zeitkapsel in den Weltraum. Gegenwart: Die Kapsel wird tatsächlich von Aliens aufgefischt, doch die Folge ist kein gemütlicher Plausch zwischen zwei intelligenten Spezies, sondern … nun ja: das Unvermeidliche: Die Aliens missverstehen den Inhalt der Zeitkapsel (speziell die zeitgenössischen Arcade-Videospiele) und interpretieren sie als Kriegserklärung.

Die Aliens geben der Menschheit drei Runden (quasi Levels), um den Konflikt auszufechten. Jede Runde steht im Zeichen eines Arcade-Spielhelden, der als verpixelte Nachbildung gegen die Menschen antritt. Wepixels posternn die Menschheit drei Kämpfe verliert, heißt das: Game Over.

Der Film ist in den Tricksequenzen durchaus schön anzuschauen und sogar witzig, wenn Alien- oder andere SciFi-Filme zitiert werden. Aber leider kann das ganze Drumherum – Story, Dramaturgie, Dialoge – da überhaupt nicht mithalten. Nie kommt der Film wirklich in Gang, schleppt sich nur müde, zäh und schwerfällig durch den Plot.

Fazit: Nette Idee, in der Umsetzung leider vergeigt.